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Plenen ab 2016
24.02.2017, 12:09 Uhr
Keine Schließung von Bankfilialen ohne Alternativangebote
55. Plenum tagt im Neuen Stadthaus
Am 22.02.2017 trafen sich die Mitglieder der Landesseniorenvertretung Berlin im Neuen Stadthaus zur Beratung, um u. a. umfangreich Infomaterial für die Seniorenwahl 2017 mit in die Bezirke zu nehmen. Zu Gast war Dr. Alexander Fest, Leiter der Abteilung Steuerung Vertrieb Private Kunden bei der Berliner Sparkasse.
Im September 2016 hatte sich die Landesseniorenvertretung Berlin an die Berliner Sparkasse gewandt, die für individuelle Vorsorgestrategien mit dem Slogan „Alter ist einfach“ wirbt. Die LSV beschrieb dabei die Erfahrungen der Senior*innen des Landes Berlin in Folge von Filialschließungen verschiedenster Bankdienstleister in ihrem Kiez. Alter können demnach schwer sein - z. B. dann, wenn Wege zur Bankfiliale lang werden. Oder wenn Automaten zum Geldbezug und für Überweisungen sowie das Online-Banking unüberwindliche Hürden für manch Einzelnen darstellen. „Bankgeschäfte im Kiez erledigen zu können, gehört für uns zur Daseinsvorsorge für alle Generationen“, sagte Dr. Johanna Hambach, Vorsitzende der Landesseniorenvertretung Berlin.

Die Interessenvertreter der Senior*innen im Land Berlin wollten deshalb wissen, wie sich das Filialnetz der Berliner Sparkasse in den vergangenen Jahren entwickelt hat und welche Veränderungen vor dem Versprechen der Berliner Sparkasse „Fair, menschlich, nah seit 1818“ geplant sind? Wie stellt man sich dort auf die wachsende Zahl der Menschen älter als 80 Jahre ein? Ziel muss sein, dass barrierefreie Finanzdienstleistungen, die für jeden Einzelnen verständlich sind, auch dann noch mit persönlicher Beratung erbracht werden. Dr. Fest berichtete unter anderem, dass vor 15 Jahren die Berliner Sparkasse noch 162 Filialen in Berlin hatte, mittlerweile seien es 108. Immer mehr Bankkunden kommen immer seltener in eine Filiale. Online-Banking und Smartphone haben dazu geführt. Um auch ältere Menschen an die veränderten Nutzungsgewohnheiten bei Bankgeschäften heranzuführen, wurde ein Pilotprojekt in drei Filialen gestartet. Dabei wird Kunden gezeigt, wie digitale Angebote einfach zu nutzen seien. Dies wurde von den Kunden so gut angenommen, dass das Projekt bis August 2017 auf alle Standorte ausgeweitet wird. Angesichts der Entwicklung der Kundenfrequenz werde es zu weiteren Filialschließungen kommen, „aber ohne Alternativangebote geht es nicht“. Dr. Fest stellte verschiedene Überlegungen vor, ein Konzept werde gegenwärtig erarbeitet. Der Austausch mit den Seniorenvertreter*innen werde fortgesetzt, die besonders die einfache wie sichere Handhabung der Automaten, die verlässliche Bargeldversorgung und die persönliche, wohnortnahe Beratung – auch in den Außenbezirken - einforderten.

In der weiteren Diskussion befassten sich die Mitglieder der Landesseniorenvertretung mit den Herausforderungen der Seniorenwahl 2017. Mit Freude wurde das große Interesse der Senior*innen an den Veranstaltungen zur Vorstellung der Kandidat*innen beschrieben.
Aus einigen Bezirken wurde berichtet, dass die Wohnteilhabe-Mitwirkungsverordnung (https://www.berlin.de/sen/soziales/berliner-sozialrecht/land/rv/wtg_mitwirkv.html) von einigen Heimleitungen nicht an die Heimbeiräte weitergereicht wird, keine Schulungen stattfinden und die Mitwirkung von Seniorenvertreter*innen schwer durchsetzbar ist. Alle Bezirke werden dies in den Fokus nehmen und die Landesseniorenvertretung Berlin wird von ihren Erfahrungen bei der BIVA-Fachtagung „Mitwirkung im Heim – Das bedrohte Recht der Betroffenen“ am 21.03.2017 öffentlich auf dem Podium berichten.

SENIORENWAHL 2017
 

Die Landesseniorenvertretung Berlin (LSV) unterstützt die bezirklichen Seniorenvertretungen und vertritt deren Interessen auf Landesebene:
www.ü60.berlin

Beim Plenum sind Gäste herzlich willkommen. Wir bitten aufgrund der Platzkapazität um vorherige Anmeldung 030/32664126 (Mo-Di, Do-Fr 9-13 Uhr).

Weitere Termine 2017:

26.07.17
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